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Völlig losgelöst… – Entfesselt blitzen

Dank meiner geduldigen Freunden Roman und Charlie von den Fotobrauern, konnte ich nun endlich etwas ausfühlicher outdoors mit Nikons kabelloser Blitztechnik Creative Lighting System (CLS) experimentieren.

Nikon Creative Lighting System (CLS)

Lassen Sie mich kurz ein paar Worte über Nikons CLS verlieren:
Oftmals kämpfen Fotografen mit all zu hartem und frontalem Licht, die Bilder sehen “tot geblitzt” aus und wirken wenig ansprechend.

Master of Lights Dies resultiert meist daher, dass der Systemblitz an der Kamera angeschlossen wurde, oder gar der kleine eingebaute Blitz verwendet wurde.  Daher ist es manches mal von Vorteil wenn die Lichtquelle nicht direkt frontal auf das Motiv auftrifft bzw. mit geeigneten Lichtformern zerstreut werden kann und zudem aus der Kamera-Objektiv-Motiv-Achse gebracht wird.
Um dies umzusetzen ist aber nötig den Blitz von der Kamera zu trennen. Doch damit begannen auch schon die Probleme, man musste für eine Verbindung per Kabel sorgen um den Blitz ansprechen zu können was wiederum die Flexibilität des Fotografen einschränkte.

Seit der neuesten Generation von Nikons Blitzgeräten (SB-600, SB-800 und SB-900) findet die Kommunikation zwischen Kamera und Blitz in Lichtgeschwindigkeit per Lichtsteuersignalen statt. Der Blitz (Slave) kann von der Kamera getrennt mit Lichtformern aufgestellt werden und wird dann durch einen “Masterblitz” angesteuert. Sämtliche Komforteigenschaften bezügl. der Blitzbelichtungsmessung wie z.B. i-TTL bleiben erhalten! Selbst die Blitzkompensierung kann über das Kameramenü reguliert werden. Erwähnenswert ist dabei die Möglichkeit mehrer Blitzgruppen anzulegen, die jeweils individuell angesteuert werden können. So kann man bspw. ein Hauptlicht und ein Füllicht organisieren und dabei alle Einstllung bequem von der Kamera aus vornehmen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die etwas eingeschränkte Entfernung und der Winkel der für eine sichere Übertragung der Lichtsignale eingehalten werden muss, sowie des notwendigen “Blickkontaktes” zwischen Steuerblitz und dem eigentlichen Effektblitz.

Funkauslöser (noch) nicht so flexibel

Natürlich können System- und Studioblitze auch über einen Funkauslöser ausgelöst werden, jedoch verlieren sie in dem Moment Ihre TTL-Fähigkeiten und sind nur noch manuell zu regulieren. Eine sehr interessante Entwicklung ist bei Pocketwizard mit den Systemen TT1 und FlexTT5 zu entdecken, die es zukünftig wohl auch per Funk ermöglichen die sichere TTL-Messung der Blitze beizubehalten. Ein Vorteil der Funkauslöser liegt in der deutlich höheren Reichweite und dem Verzicht auf zwingen notwendigen Sichtkontakt des Master- und Slaveblitzes.

Nicht dass ich das Feature noch nicht genutzt hätte, aber diesmal habe ich versucht meine Studioblitze im Freien zu ersetzen. Also habe ich meinem Blitz eine Softbox spendiert und losgelegt.

Licht kontrollieren

CharlieMit der zuverlässigen TTL-Blitzsteuerung und Kurzzeitsynchronisation wollte ich dramatische Portraits fotografieren. Mein Plan war es, das vorhandene Licht (Available Light) durch kurze Verschlusszeiten zu reduzieren und das “Model” durch das Blitzlicht dennoch korrekt zu belichten.

Romanlightingsetup Zwei unterschiedliche Settings zeigten mir schnell die verschiedenen Herrausforderungen. Um das helle Umgebungslicht in den Hintergrund treten zu lassen, benötigte ich schnelle Verschlußzeiten und musste so den Kurzzeitsynchronisationsmodus wechseln. Die Crux dabei – die Blitze verlieren in diesem Modus teilweise bis zu 50% Ihrer Leistungsfähigkeit , da ein “dauerhaftes” Blitzlicht abgegeben wird, um diese kurzen Verschlußzeiten zu ermöglichen.  Dafür sind die Systemblitze (hier SB-600 und SB-800) schon fast zu schwachbrüstig um das Sonnen-/Tageslicht in den Hintergrund zu rücken. Sobald aber die Dämmerung herein brach, konnten die Elektronenblitze richtig loslegen und eine sehr stimmungsvolle und, dank Softbox, weiche Ausleuchtung gewährleisten.

Zuverlässige Funktion

Positiv überrascht hat mich die Zuverlässigkeit der kabellosen Blitzsteuerung, hatte ich doch vermutet, dass helles Umgebungslicht die Kommunikation zwischen Blitzgerät und Kamera beeinträchtigen könnte. Aber nichts dergleichen, so macht die Benutzung wirklich Spass!

Apfelbutzen Charlie In der Ferne

Update: Joe McNally schreibt in seinem Artikel “High Speed Portraits” ebenfalls über den Leistungseinbruch bei der Kurzzeitsynchronisation. Interessant zu lesen!

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