Ölverschmierte Blendenlamellen
Das in die Jahre gekommene Ai-S 50mm f/1,4 hatte schon im Herbst letzen Jahres drei ölverschmierte Blendenlamellen. Dadurch waren leider keine kurzen Verschlusszeiten bei Blenden kleiner f/5,6 mehr möglich. Die Ergebnisse waren alle überbelichtet.
Eigentlich schade um diese schöne Linse, dachte ich mir, und machte mich im Internet auf die Suche nach einer Explosionszeichnung um herauszufinden wie ich am besten an die Blendenlamellen ran komme.
Viel habe ich nicht gefunden, doch auf den Seiten von Rick Oleson bin ich auf eine ermutigende Zeichnung gestoßen.
Hier meine kleine Anleitung zur Reparatur.
Frisch ans Werk
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Glücklicherweise ist das 50er recht einfach konstruiert, so ist das Zerlegen keine große Kunst.
Zuerst muss man das Objektiv auf die Naheinstellgrenze fokussieren um an die kleine Schraube (s. rechtes Bild) zu gelangen, welche den Ring der Filterfassung arretiert.
Dieser kann nun einfach entgegen dem Uhrzeigersinn abgeschraubt werden. Darunter verbirgt sich nun das vordere Linsenelement, das wiederum ganz einfach in der selben Richtung herausgedreht werden kann.
Nun hat man freien Blick auf die Blendenlamellen. Löst man nun die beiden Schrauben, kann man das Blendenelement einfach herausnehmen.
Anschließend wird die Rückholfeder abgenommen und die Blendenmechanik in ihre Einzelteile zerlegt. Hier gilt es selbstverständlich größte Sorgfalt walten zu lassen, da die Lamellen sehr empfindlich sind.
Zusammenbau
Nach der Reinigung der Lamellen wird alles wieder zusammengesetzt, dabei muss darauf geachtet werden, dass der “Nippel” der Blendensteuerung in der dafür ausgefrästen Führung eingesetzt wird (s. rechtes Bild). Die Lamellen sollten dabei alle geöffnet sein.
Nach dem anbringen der Rückholfeder und Ausblasen des Objektivcorpus beginnt der heikelste Teil des Zusammenbaus. Das Blendenelement muss wieder an seinen angestammten Platz zurück.
Am besten hat es funktioniert, als ich das Objektiv sozusagen darüber gestülpt hatte. Achtung, der Blendenring sollte auf f/16 eingestellt sein!
Bei der Befestigung der Blendeneinheit mit den beiden kleinen Schrauben hat man etwas Spiel, was sich auch auf die eingestellte Blende auswirkt. In der einen extremen Position ist bei Offenblende doch noch etwas von den Blendenlamellen zu sehen, am anderen Ende nicht mehr.
Ich hab eine Mittelstellung gewählt, d.h. ich habe die Einheit so lange gedreht, dass bei f/1,4 gerade keine Lamellen mehr zu sehen waren.
Hinweis an alle Bastler
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich keine Garantie für das Gelingen des oben beschriebenen Ablaufs übernehme!
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4 Kommentare
Interessante Anleitung. Auch, wenn ich kein Nikkor nutzen könnte – ich schaue mir immer wieder gerne die Technik an.
Hallo,
leider gibt es an meinem Objektiv (Serien-# 5519130) die oben genannte kleine Schraube nicht. Was tun? Damit lässt sich der Ring mit der Filterfassung leider gar nicht erst entfernen.
Gibt es noch einen anderen Trick oder soll ich mich von hinten an die Blende vorarbeiten?
Gruß aus Essen!
Thorsten
P.S.: Zum Reinigen hatte ich an ein Ultraschallbad mit Isopropanol gedacht.
Hallo Thorsten!
Hast Du das Objektiv auf “Unendlich” fokussiert, so dass der Tubus so weit wie möglich ausfährt? Die Madenschraube liegt nämlich etwas verborgen und ist nur in dieser Stellung zu sehen.
Es könnte auch sein, dass die kleine Schraube unter dem Schwarzen Lack des Tubus liegt. Vielleicht ist nur eine kleine Vertiefung zu erkennen, dann einfach vorsichtig den Lack abkratzen.
Ich hatte anfangs auch versucht von hinten an die Blendeneinheit ran zu kommen. Geht aber leider nicht, da man so die Schrauben zum Lösen der Einheit nicht erreicht.
Gruß und gutes Gelingen
Mario
Die Seite ist auch vorgemerkt um in meine Foto -Selbstbau / Bastel / Reparatur – Linksammlung zu kommen!
Danke!
Ein Trackback
[...] mich ist der Artikel zur Reparatur des Nikkor Ai-S 50mm f/1,4 am wichtigsten, einfach deshalb, weil es eine richtig spannende Sache war und ich hoffe, dass auch [...]