Tweak it baby!
oder – “Ist RAW-Bearbeitung Betrug oder Notwendigkeit?”
Wenn Sie, werter Leser nun aufseufzen, weil Sie sich fragen warum denn nun schon wieder jemand dieses Thema behandelt, kann ich das gut verstehen. Warum ich es trotzdem tue? Nun, zum Einen habe ich es hier noch nicht getan, zum Anderen aus gegebenen Anlass.
Dynamikumfang sichtbar machen
Wie ich in diesem Artikel bereits erwähnt hatte, bringt gerade die Ultraweitwinkelfotografie die Kamera oftmals in Bedrängnis um die gesamte Hell-/Dunkel-Verteilung einer Szene richtig aufzunehmen. Diese Problem wird meist mit fehlendem Dynamikumfang beschrieben.
Und hier beginnen schon die ersten Unterschiede, zwischen JPEG-Fotografen und RAW-Fotografen. Während die D700 bei Verwendung der neutralen Tonwertkurve einen Dynamikumfang von ca. 7,8 Blenden bietet, kann man dem NEF (Nikons RAW-Datei) noch weitere 3,8 also insgesamt 11,6 Blenden entlocken.
Dies ist möglich, weil in der RAW-Datei viel mehr Informationen stecken, da die Dateien nicht komprimiert werden. Dies wird spätestens dann sichtbar wenn man versucht die Tonwertkurve eines JPEGs anzupassen. In einem gewissen Umfang ist das natürlich auch auch möglich, doch früher oder später wird man mit Tonwertabrissen zu kämpfen haben. Anders bei der Bearbeitung einer RAW-Datei, hier kommt man deutlich später in die Bredouille.
Um zur UWW-Fotografie zurückzukommen – wie in diesem Beispiel ist es oftmals der Fall, dass sich der Fotograf entscheiden muss welche Bildbereiche er korrekt belichten will.
Doch wie Sie sehen, würde man hier ungern den Himmel ausfressen lassen noch die untere Bildhälfte unterbelichten. Also habe ich auf den Himmel belichtet, mit dem Wissen die Schatten/Tiefen korrigieren zu können.
Die Informationen sind vorhanden, müssen eben nur “herausgearbeitet” werden. Oder anders gesagt dürfen nicht verschenkt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre sicher gewesen einen Grauverlauffilter zu verwenden, ich finde aber das “getweakte” Ergebnis genauso zufriedenstellend.
Abschließend möchte ich sagen, dass die Bearbeitung einer RAW-Datei heutzutage zum ganz normalen Fotografie-Workflow zählt.
Wie sehen Sie das? Haben Sie eine ganz andere Philosophie, dann schreiben Sie doch einen Kommentar.



