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Ultraweitwinkelfotografie

Spezialdisziplin mit Tücken

Ultraweitwinkelfotografie (im folgenden UWW) darf man, wie jede andere Spezialdisziplin in der Fotografie, nicht unterschätzen. Zu viele, mitunter versteckte, Gefahren lauern bei der Gestaltung des Fotos. Angefangen von verzerrten Gesichtern oder Extremitäten über Objekte die im Bild untergehen, Lens Flares bishin zu Fehlbelichtungen ist alles möglich.
In diesem Beitrag zeige ich Bildbeispiele die mit dem Objektiv Sigma 10-20mm f/4-5,6 angefertigt wurden.

Die Perspektive macht’s!

Hier ist der Fotograf mehr denn je gefragt sich Gedanken über die richtige, interessante Perspektive zu machen.

Man sollte auf jeden Fall bedenken, welche enormen Bildwinkel man mit diesen Spezialoptiken einfängt. Am Beispiel des o.g. Sigmas sind das 102,4° in der 10mm-Stellung. Das bedeutet zum einen, dass viel mit auf’s Bild kommt, aber auch, dass etwas weiter entferne Objekte schnell nicht mehr zu erkennen sind weil sie zu klein abgebildet werden.

Somit erschliesst sich einem sehr schnell ein wichtiges Gebot der UWW-Fotografie: “Nah ran!”

Sobald ein für die Bildaussage wichtiges Objekt vorhanden ist, sollte man so nah wie möglich ran. Der große Bildwinkel hilft dem Fotografen das Objekt in einen Kontext einzubinden.

After the Rain comes SunIn diesem Beispiel wurden die Kornähren mit in das Bild eingebunden um ein Element im Vordergrund zu haben.

Und gleich noch eine Weisheit hinterher: “Probier alle Perspektiven!”

Wer sich mal die Mühe macht und sich auf den Boden begibt oder sonstige besondere Perspektiven bemüht, wird überrascht sein zu welch wunderbaren Ergebnissen man kommen kann.


Vorsicht vor Verzerrungen!

Je weiter sich ein Objekt ausserhalb der Bildmitte befindet desto stärker werden Verzerrungen bemerkbar. Das wirkt vor allem bei Personen sehr ungewohnt und hässlich.
Ebenso sollte man vor dem Betätigen des Auslösers das Sucherbild nocheinmal genau auf stürzende Linien überprüfen.
Natürlich eignen sich UWW-Objektive ganz gut für die Architekturfotografie, dennoch erhält man bereits bei leichtem Kippen der Kamera stürzende Linien. Das kann im Einzelfall gestalterisch auch so gewollt sein, in den allermeisten Fällen nimmt man aber diesen perspektivischen Fehler eher als unschön wahr.

Belichtung beherrschen

Der große Bildwinkel kann auch bei der Belichtung zu Problemen führen.
Landschaftsaufnahmen werden oft nach dem “goldenen Schnitt” oder der “Rule of Thirds” gestaltet. Dadurch hat der Fotograf das Problem meist sehr viel Himmel mit im Bild zu haben. Die Belichtungsautomatik der Kamera versucht den hellen Himmel auf 18% Grau zu belichten und schon ist das übrige Drittel unterbelichtet. Noch schlimmer sind die Ergebnisse in denen die Sonne mit im Bild ist und das ist wie gesagt gar nicht so unwahrscheinlich bei einem Bildwinkel von 102°.

Abhilfe könnte hier bspw. eine gezielte Belichtungsmessung auf die wichtigen Bildelemente schaffen. Da bei der Landschaftsfotografie im Sinne der Belichtung aber meist alles gleich wichtig ist, ist  ein Grauverlauffilter von Cokin die bessere Wahl. Dieser dunkelt den Himmel bis zum Horizont ab und lässt eine korrekte Belichtung der Landschaft zu. Die Filter der Fa. Cokin haben den Vorteil vertikal verschoben zu werden uns somit am Horizont besser ausgerichtet werden können. Drehfilter anderer Hersteller bieten diesen Vorteil nicht.

Das Walberla

Hier sieht man den Effekt eines Grauverlauffilters. Der Weg bringt tiefe ins Bild. Merke: “Nichts ist schlimmer als eine platte Landschaftsaufnahme mit 10mm (APS-C)”
Um noch ein letztes Problem anzusprechen, UWW-Linsen sind sehr anfällig für Lens Flares. Die Gegenlichtblende ist bei diesen Objektiven Pflicht!

Ganz neue Sicht

Wie zu erwarten, ist die UWW-Fotografie ein Teilbereich der dem Fotografen eine ganz neue Sicht der Dinge gibt, jedoch sollte man sich für den gestalterischen Teil Zeit nehmen und ein paar Punkte beachten um gute Ergebnisse zu erzielen.



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Category: Allgemein, Ausrüstung, Technik, Tipps & Tricks

Mehr über M. Lorenz:
Ich würde mich selbst als autodidaktischen Fotografen bezeichnen. Ich betreibe diesen Blog um meine Erfahrungen in der Fotografie weiter zu geben und zur Diskussion zu stellen. Gerade der Austausch mit anderen Fotografen und Interessierten liegt mir sehr am Herzen. Deshalb freue ich mich über jeden Kommentar. Wer meine fotografischen Ergebnisse sehen möchte der sollte einen Blick auf mein Portfolio werfen.

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